Es sollte eine Olivenölverkostung werden in der wir verschiedene Öle aus Katalonien kennenlernen durften. Wir waren neugierig was uns erwartet, Venanci Vinu, selbst Olivenölproduzent, sollte uns durch die 5 DOP Kataloniens führen, theoretisch und geschmacklich.

OLIVENÖLVERKOSTUNG – WIE FUNKTIONIERT DAS EIGENTLICH?

In kleiner Runde saßen wir im Clos Figueras um einen Tisch. Vor jedem von uns standen 5 der, für die Olivenölverkostung typischen, dunkelblauen Gläser. All waren abgedeckt und mit jeweils einem Olivenöl der 5 DOP gefüllt. Zur Olivenölverkostung werden dunkelblaue Gläser benutzt, da die Farbe der Öle, anders als beim Wein, keinen Anhaltspunkt für Ihre Qualität bieten. Der Tester bewertet die Olivenöle somit unvoreingenommen, nur mit dem Geruchs- und Geschmackssinn. Zu Beginn erläuterte Venanci nochmal, was eine DOP ausmacht: Die jeweilige DOP stellt sicher, dass alle Produktionsschritte, vom Anbau über die Ernte, Pressung und spätere Abfüllung in Flaschen, in der Region stattfinden. Außerdem werden die Olivenöle jedes Jahr, unabhängig, auf ihre geschmackliche Qualität und chemische Zusammensetzung geprüft. Alle Produzenten einer DOP haben folgende Punkte gemeinsam: die Olivensorte aus der das native Olivenöl extra gewonnen wird, die geographische Zone und die festgelegten Qualitätsstandards, die erfüllt werden müssen. Alle gewonnen Produkte mit einem DOP Siegel sind aus der Kategorie Natives Olivenöl Extra. In den folgenden Merkmalen können sie sich unterscheiden: Klima, Boden, Höhe des Anbaugebietes über dem Meeresspiegel und die Produktionskapazität eines Herstellers.

NACH DEM THEORETISCHEN TEIL GING ES MIT DER OLIVENÖLVERKOSTUNG WEITER:

Gläser für die Olivenölprobe Da Olivenöl das einzige Lebensmittel ist, welches über sensorische Tests in Kategorien eingeteilt wird, ist die Olivenölverkostung streng standarisiert. Es muss sichergestellt werden, dass weltweit nach den gleichen Verfahren und Standards getestet wird, um die einheitliche Qualität jeder Kategorie zu gewährleisten. Damit konnte es losgehen. Zu Beginn wird das dunkelblaue Glas samt der Abdeckung in die Hand genommen und gerieben, um den Inhalt auf 26 – 28ºC zu erwärmen. Anschließend kippt man das Glas etwas und dreht es, um die Glaswände von innen mit dem Olivenöl zu imprägnieren. Nur so werden möglichst viele Aromen freigesetzt. Dann nimmt man die Abdeckung herunter und macht den Geruchstest. Bei diesem sollen eventuelle Mängel eines Olivenöls ausgeschlossen werden.

AUF EINER SKALA VON 1 – 10 WERDEN FOLGENDE NEGATIVE ATTRIBUTE BEWERTET:

Stichig/schlammig, Modrig-feucht-erdig, Wein- oder Essigartig/ Sauer-säuerlich, Metallisch, Ranzig, Sonstige Nur ein Olivenöl ohne Mängel kann in die Kategorie natives Olivenöl extra eingeordnet werden.

IM NÄCHSTEN SCHRITT WIRD DAS OLIVENÖL GESCHMACKLICH GETESTET UND DABEI JEWEILS DIE INTENSITÄT DER POSITIVEN ATTRIBUTE, FRUCHTIG, BITTER UND SCHARF AUF EINER SKALA VON 1 – 10 EINGEORDNET.

Beim Attribut fruchtig wird nochmal zwischen grün und reif unterschieden. Dieser Unterschied ergibt sich aus dem Erntezeitpunkt der Oliven. Ein Olivenöl muss nach frischen Oliven riechen und darf bitter sein, denn Oliven sind es schließlich auch. Es ist sogar so, dass ein bitteres Olivenöl gesünder ist, da es mehr Polyphenole enthält. Diese wirken, wie andere Antioxidantien, entzündungshemmend und krebsvorbeugend.

AM SCHLUSS WERDEN DIE SEKUNDÄREN ATTRIBUTE GETESTET UND WIEDER AUF EINER INTENSITÄTSSKALA VON 1-10 EINGEORDNET.

Es handelt sich hier um Attribute wie Apfel, reife Früchte, Kräuter/Blätter. Diese Attribute sind, im Gegensatz zu den Vorhergegangenen, eher subjektiver Natur. Unter Kennern können Sie jedoch dazu dienen die verschiedenen Olivenöle einer Region oder Anbauzone zuzuordnen. Zwischen jeder Probe trinkt man stilles Wasser und isst ein Stück Apfel um den Olivenölgeschmack zu neutralisieren. Eine Olivenölverkostung ist also nicht nur interessant, sondern obendrein auch noch gesund. Nachdem wir alle 5 Olivenöle getestet hatten war klar, jede Anbauregion in Katalonien bringt erstklassige Olivenöle hervor. Sie unterscheiden sich jedoch in Intensität und Geschmack voneinander. Es wird also nie langweilig. Die Olivenöle aus der Region Les Garrigues werden zu mindestens 90% aus Arbequina Oliven gewonnen, so schreibt es die DOP Les Garrigues vor. Diese Olivenöle riechen grün aber nicht sehr stark, entwickeln jedoch ihre Präsenz im Mund mit einem scharfen Abgang. Es handelt sich um eher intensive Olivenöle. Sie sind vor allem für Salate, gekochtes Gemüse oder Gemüsepure wie auch Gazpacho geeignet.

Abschließend kann gesagt werden, dass die Olivenölverkostung ein voller Erfolg war. Es sich für uns gelohnt hat in den Priorat zu fahren. Mit den neu gewonnen Eindrücken gehen wir nun auf die Suche nach weiteren hochklassigen Olivenölen aus Katalonien. Damit wollen wir das Angebot in unserem Onlineshop Oliverium für Sie erweitern und noch mehr Abwechslung bieten.