DIE KATEGORIEN 
1 Natives Olivenöl Extra 
2 Natives Olivenöl 
3 Lampantöl 
4 raffiniertes Olivenöl 
5 Olivenöl 
Es gibt dann noch die Kategorien 6.-8. welche verschiedene Stufen des Oliventresteröls beinhalten, darauf möchte ich aber hier nicht weiter eingehen. 

Natives Olivenöl Extra, die Königin unter den Olivenölen 

KATEGORIE 1: NATIVES OLIVENÖL EXTRA 
Die Öle der höchsten Qualitätsstufe werden als Nativ Extra bezeichnet. Um ein Öl in diese Kategorie einzuordnen muss es zwei Voraussetzungen erfüllen: ? Der Säuregehalt darf o,8% nicht übersteigen, wobei der Säuregehalt bei hochwertigen Produkten meist sogar deutlich unter 0,2% liegt; wie zum Beispiel beim nativen Olivenöl Extra Baró de l’Albi welches einen Säuregehalt von 0,08% aufweist. Dieser Wert wird im Labor gemessen und bestimmt. ? Das Öl darf bei der organoleptischen Prüfung, also beim Geschmacks- und Geruchstest, keinerlei Defekte aufweisen. Native Olivenöle Extra werden ausschliesslich aus gesunden Oliven und durch mechanische Prozesse, ohne Hitzeeinwirkung, gewonnen. Außerdem ist es wichtig, dass die Früchte direkt vom Baum gepflückt werden und nach der Ernte nicht lange lagern, sondern sofort weiterverarbeitet werden um Oxidation zu vermeiden. Es handelt sich hier um den reinen Saft der Olive. 

KATEGORIE 2: NATIVES OLIVENÖL 
Diese Olivenöle werden nach dem gleichen Prinzip hergestellt wie die mit der Bezeichnung Nativ Extra. Jedoch sind die zu erfüllenden Vorraussetzungen nicht ganz so streng. Es handelt sich auch hier um den reinen Saft der Oliven. ? Der Säuregehalt darf 2% nicht übersteigen. ? Es sind kleinere Defekte beim organoleptischen Test erlaubt. Der höhere Säuregehalt kann auftreten, wenn die Früchte vor der Verarbeitung länger lagern, in großen Mengen transportiert und dadurch zerdrückt werden oder wenn die reifen Früchte auf den Boden fallen und dort eingesammelt werden. Es handelt sich trotz dieser kleineren Defekte um ein qualitativ gutes Öl. 

KATEGORIE 3: LAMPANTÖL 
Dieses Öl wird nach den gleichen Verfahren gewonnen wie die beiden zuerst genannten, jedoch weißt es einen oder mehrere schwerwiegende Defekte auf. ? Der Säuregehalt liegt bei über 2%. ? Es werden ein oder mehrerer größere Defekte beim organoleptischen Test festgestellt Diese Defekte können verschieden Ursachen haben, die Oliven sind in keinem guten Zustand, durch Lagerung oder auch schon vor der Ernte. Es kann Verschmutzungen der Ölmühle gegeben haben etc. Dieses Öl ist für den Verzehr nicht geeignet. Es hat seinen Namen übrigens daher, als dass es früher als Lampenöl gebraucht wurde. Um es essbar zu machen muss das Lampantöl raffiniert werden, womit wir bei der nächsten Kategorie wären. 

KATEGORIE 4: RAFFINIERTES OLIVENÖL 
Durch chemische und physische Prozesse werden dem Lampantöl die negativen Substanzen, wie die überschüssigen, freien Fettsäuren, Verschmutzungen usw. entzogen. Das Problem ist, dass hierbei auch die meisten gesundheitsförderlichen Komponenten auf der Strecke bleiben. Es entsteht das raffinierte Olivenöl mit folgenden Eigenschaften: ? Der Säuregehalt liegt unter o,3% ? Es handelt sich um eine geschmacksneutrale und durchsichtige Flüssigkeit. Auch das raffinierte Olivenöl darf nicht verkauft werden sondern muss zu Olivenöl, Kategorie 6, weiterverarbeitet werden. 

KATEGORIE 5: OLIVENÖL 
Um aus raffiniertem Olivenöl verzehrbares Olivenöl zu machen wird dieses mit nativem Olivenöl (extra) aus Kategorie 1 oder 2 gemischt. Es gibt kein vorgegebenes Mischverhältnis und kann daher variieren. Je mehr natives Olivenöl zugefügt wird desto intensiver ist der Geschmack des Endproduktes. Der Säuregehalt liegt bei bis zu 1%. Der Geschmack variiert in seiner Intensität. Bei einem Produkt welches als „Olivenöl“ etikettiert wird handelt es sich also um ein chemisch aufbereitetes Produkt. 

WORAN ERKENNT MAN GUTES OLIVENÖL DENN NUN? 
Ein gutes NOE schmeckt auch auf einem einfachen Stück Brot hervorragend. Um ein qualitativ hochwertiges Produkt zu erhalten sollte man nach Möglichkeit nach einem nativen Olivenöl Extra greifen. Und um sicher zu gehen, dass in der Flasche auch ein solches drin ist, sollte man auf folgende Angaben auf dem Etikett achten: 

Hersteller: Wird der Hersteller genannt?
Herstellungsort: Wird das Land, oder besser noch die Region oder der Ort der Herstellung angegeben? 
Hat das Öl eventuell sogar eine zertifizierte Ursprungsbezeichnung?
Olivensorte: Befindet sich die Bezeichnung der Olivensorte des jeweiligen Öls auf der Flasche?


Im Allgemeinen Sprachgebrauch verwendet man die Bezeichnung „Olivenöl“ sowohl für das eigentliche Olivenöl, als auch das native Olivenöl (Extra), dieser Umstand führt häufig zu Verwirrungen. In Spanien nutzt man für die höchste Güteklasse, das native Olivenöl Extra, die Abkürzung AOVE (Aceite de Oliva Virgen Extra). Im Deutschen wäre das entsprechende Pendant NOE (Natives Olivenöl Extra). Ist doch eigentlich sogar ein passender Name für die Königin unter den Olivenölen, meinen Sie nicht auch? Ich hoffe, dass ich mit diesem Eintrag ein bisschen Licht ins Dunkel bringen konnte und dass die Frage „Woran erkennt man gutes Olivenöl“ für Sie nun einfacher zu beantworten ist.